Velutina Meldung ist ein neues Meldeportal der Grafschafter Imkervereine für die Grafschaft Bentheim. Dieses Portal bietet zum einen das melden einer Sichtung der Asiatischen Hornisse (Vespa Velutina) sowie jede Menge Informationen.
Halten Sie bei Entdeckung eines Nests der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) einen Sicherheitsabstand von mindestens 5 bis 10 Metern ein, da die Tiere ihr Nest aggressiv verteidigen. Nester niemals eigenständig entfernen!
Informationen zu den Meldungen
Bitte melden Sie ausschließlich Funde oder Sichtungen der Asiatischen Hornisse oder ihrer Nester aus dem Landkreis Grafschaft Bentheim. Meldungen aus anderen Landkreisen oder Landkreisen können leider nicht bearbeitet werden.
Relevant sind sowohl Beobachtungen von Einzeltieren als auch von Nestern der Asiatischen Hornisse. Ihre Meldung unterstützt die Erfassung der Verbreitung und Ausbreitung dieser Art im Landkreis Grafschaft Bentheim.
Für die Bearbeitung der Meldung ist der genaue Fundort, das Funddatum und ein Bildnachweis wesentlich, um eine Verwechslung mit anderen Arten auszuschließen.
Außerdem ist es hilfreich, wenn bei Rückfragen Kontakt aufgenommen werden kann. Bitte geben Sie deshalb eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer an.
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Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist etwas kleiner als unsere heimische Hornisse (Vespa crabro). Die Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse sind 1,7 bis 2,4 cm groß, Königinnen können auch bis 3 cm groß werden. Zu erkennen ist die Asiatische Hornisse an ihrer schwarzen Grundfärbung: Die Brust ist schwarz, der Hinterleib dunkel mit wenigen gelben Binden. Die Beine sind schwarz-gelb gefärbt.
Die Asiatische Hornisse baut zwei Nester. Das im Frühjahr von der Königin gebaute, etwa Handballen große Gründungsnest (Primärnest) hängt meist in Schuppen oder Sträuchern, teils aber auch in Bodennähe. Die Filialnester (Sekundärnest) werden im Sommer gebaut und befinden sich meist in mehr als zehn Metern Höhe freihängend in Bäumen. Das Einflugloch befindet sich seitlich am Nest. Die Nester können bis zu einem Meter Höhe erreichen. Die Asiatische Hornisse ist eine aus Südostasien stammende Hornisse, die sich seit 2024 auch in Niedersachsen stark ausbreitet.
Auf einen Blick: So erkennst du die Asiatische Hornisse sofort
In Niedersachsen werden häufig andere Insekten als Asiatische Hornisse gemeldet. Laut dem LAVES Institut für Bienenkunde Celle (Dr. Otto Boecking) sind die häufigsten Verwechslungen: die heimische Europäische Hornisse, die Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria) und die Riesenholzwespe (Urocerus gigas).
Die folgende Tabelle hilft bei der sicheren Unterscheidung.
👆 Tabelle nach links/rechts wischen zum Vergleichen
Merkmal
Asiatische Hornisse Vespa velutina
Europäische Hornisse Vespa crabro
Deutsche / Gemeine Wespe Vespula germanica / vulgaris
Hornissenschwebfliege Volucella zonaria
Größe
Arbeiterin: 1,7–2,4 cm Königin: bis 3 cm
Arbeiterin: bis 3 cm Königin: bis 3,5 cm
1,0–1,6 cm (deutlich kleiner)
1,5–2,0 cm (wespenartig)
Brustkorb (Thorax)
Komplett schwarz (daher der lat. Name nigrithorax = schwarzer Brustpanzer)
Viel Gelb, breite gelb-schwarze Bänder, Grundfarbe gelblich
Leuchtend gelb mit schwarzem Muster, „Tigermuster“
Gelb-orange mit dunklen Binden – keine Wespentaille
Beine
Schwarz mit gelben Fußspitzen („Gelbfuß-Hornisse“)
Überwiegend gelblich-braun
Gelb
Gelb-orange
Kopf (von vorne)
Schwarz, Gesicht / Clypeus orangegelb
Gelb mit rotbraunen Flecken, breites „Gesicht“
Schwarz mit gelbem Muster, Clypeus mit schwarzem Punkt
Breites Gesicht, große rote Augen, kein Stachel
Schutzstatus
Invasive Art (EU-VO 1143/2014) – bitte melden!
Besonders geschützt (BArtSchV) – nicht töten!
Nicht geschützt
Nützlicher Schwebflieger – kein Stachel
Nest
Primärnest handballengross, bodennah; Sekundärnest bis 1 m, hoch in Bäumen, seitlicher Eingang
In Hohlräumen (Bäume, Dachböden), selten freigebaut, meist < 30 cm
Papierartiges Nest, oft unterirdisch oder in Hohlräumen
Legt Eier in Wespen-/Hornissennester, kein eigenes Nest
Quellen: LAVES Institut für Bienenkunde Celle (Dr. Otto Boecking), 2024; Wikipedia DE / Asiatische Hornisse (Stand April 2026, CC-BY-SA).
Schnell-Check: Ist es eine Asiatische Hornisse?
Nur drei Fragen – und du weißt es mit hoher Sicherheit:
Schritt 1: Farbe des Brustkorbs Ist der Brustkorb (der mittlere Körperabschnitt, zwischen Kopf und Hinterleib) komplett schwarz?
→ Nein, er ist rotbraun oder gelblich: Es ist wahrscheinlich die heimische Europäische Hornisse (Vespa crabro) – bitte nicht töten, sie steht unter Schutz! → Ja, er ist schwarz: Weiter zu Schritt 2.
Schritt 2: Beinfarbe Sind die Beine schwarz mit auffällig gelb-orangen Fußspitzen (Tarsen)?
→ Nein, die Beine sind komplett gelb oder orange: Möglicherweise eine Schwebfliege oder Wespe – kein Handlungsbedarf. → Ja, Beine schwarz mit gelben Spitzen: Weiter zu Schritt 3.
Schritt 3: Hinterleib prüfen Ist der Hinterleib überwiegend dunkel/schwarz und nur das vierte Segment deutlich orangegelb gefärbt (schmales helles Band)?
→ Ja: Sehr wahrscheinlich Asiatische Hornisse! Bitte Foto machen und Meldung abgeben. → Nein, der Hinterleib ist breit gelb-schwarz gebändert: Eher Europäische Hornisse oder Wespe.
Wichtig: Im Zweifel immer ein Foto machen und die Meldung abgeben – die Experten prüfen es dann. Weder die Asiatische noch die Europäische Hornisse sind für Menschen eine ernsthafte Gefahr, solange man das Nest nicht stört.
Maße und Zahlen
Größe der Tiere: Arbeiterinnen 1,7 – 2,4 cm, Königinnen bis 3 cm. Flugzeit: März bis in den späten Herbst, tagaktiv Größe der Nester: Gründungsnest bis Handballen groß, Filialnest oval bis 100 cm hoch und 60 – 80 cm breit Alter: Arbeiterinnen 30 – 55 Tage Größe des Volkes: 1.500 – 2.000 Tiere
Lebensraum
Die Asiatische Hornisse lebt tagaktiv in Siedlungsbereichen des Menschen, in landwirtschaftlich genutzten Flächen und an Waldrändern.
Lebensweise
Im Laufe einer Saison baut die Asiatische Hornisse zwei unterschiedliche Nester. Im Frühjahr wird von der Königin zunächst ein so genanntes Primär- oder Gründungsnest angelegt. Aus den dort abgelegten Eiern schlüpfen im Mai / Juni die ersten Arbeiterinnen. Jede Königin baut nur ein Gründungsnest pro Jahr. Dies geschieht häufig an einem geschützten Ort, wie z.B. in kleinen Gartenhütten oder Holzschuppen. Meist hängen diese bis zu handballgroßen Nester frei von der Decke. Im Verlauf des Sommers beginnt die Königin mit den Arbeiterinnen ein zweites, größeres Nest anzulegen, das so genannte Sekundär- oder Filialnest. Rund Dreiviertel aller Filialnester befinden sich weit oben in Bäumen in einer Höhe von über zehn Metern. Nestgrößen von einem Meter Höhe und 50 bis 80 cm Breite sind keine Seltenheit. Diese kugel- bis birnenförmige Nester besitzen eine seitliche Öffnung, durch welche die Tiere ein- und ausfliegen. Das Volk kann im Frühherbst auf eine Größe von bis zu 2.000 Tieren anwachsen. Die Geschlechtstiere verlassen im frühen Herbst das Nest um sich zu paaren. Die Arbeiterinnen verbleiben im Nest und können auch Kältephasen überdauern. Bei milder Witterung kann man auch im Dezember noch Arbeiterinnen beim An- und Ausflug beobachten.
Konfliktpotential
Die Asiatische Hornisse ist ein Nahrungsgeneralist. Arbeiterinnen ernähren sich vor allem von kohlenhydratreicher Nahrung wie z.B. Nektar oder Obst. Für die Larvenaufzucht wird proteinhaltige Nahrung benötigt, weshalb die Arbeiterinnen dafür insbesondere fliegende Insektenarten erbeuten, die im Umfeld des Nestes verfügbar sind. Im Spätsommer und Frühherbst können Honigbienen einen Großteil der Nahrung darstellen, was zur Schädigung von Bienenvölkern führen kann. Die Ausbreitung der Art wird deshalb insbesondere von Imkerinnen und Imkern mit Sorge beobachtet.
Gesamtverbreitung
Die Asiatische Hornisse ist eine in Südostasien heimische Art. Im Jahr 2004 wurde sie erstmals in Europa festgestellt. Vermutlich wurde eine Königin mit einer Warenlieferung eingeführt. Von Südfrankreich hat sich die Art rasant über ganz Frankreich ausgebreitet und ist mittlerweile in vielen europäischen Ländern verbreitet. Seit 2014 kommt die Art auch in Deutschland vor. Inzwischen sind große Teile des Westen und des Südwesten von Deutschland von der Asiatischen Hornisse besiedelt und es findet eine weitere Ausbreitung Richtung Osten statt. Eine Karte der Nachweise der Asiatischen Hornisse in Deutschland in 2023 kann auf der Internetseite der Landesanstalt für Bienenkunde abgerufen werden.
Rechtlicher Status
Die Asiatische Hornisse ist nach der EU-Verordnung (EU-VO) 1143/2014 eine invasive gebietsfremde Art. In Deutschland unterliegt die Asiatische Hornisse seit dem 24. März 2025 einem Management gemäß Artikel 19 der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 (EU-VO). Ein Management- und Maßnahmenblatt für die Asiatische Hornisse mit bundesweit einheitlichen Empfehlungen für geeignete Maßnahmen liegt vor. Zuständig für Managementmaßnahmen zur Verhinderung von Biodiversitätsschäden sind die höheren Naturschutzbehörden in den Regierungspräsidien. Maßnahmen zur Abwehr von wirtschaftlichen Schäden (Imkerei, Obst- und Weinbau) oder gesundheitlicher Schäden (Stichverletzungen) obliegen nicht der Naturschutzverwaltung.